PV-GlasCycle

Recycling des Glasanteils von End-Of-Life Photovoltaik-Modulen

Laufzeit: 01.01.2026 – 31.12.2027
IGF Forschungsvorhaben-Nr.: 01IF24675N

Forschungseinrichtungen

  • Institut der Hüttentechnischen Vereinigung der Deutschen Glasindustrie e.V.
  • Technische Hochschule Deggendorf Technologie Anwender Zentrum Spiegelau TAZ
  • Universität Bayreuth Keylab Glastechnologie

Vorhabenbeschreibung

Die wachsende Nachfrage nach erneuerbaren Energiequellen hat zu einem exponentiellen Anstieg der Installation von Photovoltaik (PV) Modulen geführt. Aktuell fallen, ca. 20 Jahre nach dem ersten PV-Boom, die ersten großen Mengen an aussortierten, unwirtschaftlichen oder kaputten PV-Modulen an, die nach ElektroG3 entsorgt werden müssen. Mit dieser nun stetig zunehmenden Menge wächst die Herausforderung, die Entsorgung, die Aufbereitung sowie das Recycling der enthaltenen Wertstoffe sicherzustellen. 

Dieses Forschungsprojekt konzentriert sich darauf, den Glasanteil der PV-Module (70 – 95 % der Gesamtmasse eines Moduls), der über verschiedene Aufbereitungsmethoden zurückgewonnen wird, zu untersuchen, zu vergleichen und zu bewerten. Ziel ist es, die Scherben ohne Qualitätseinbußen in den Prozess der Glasherstellung zurückzuführen. Je nach Typ der PV-Anlage und Art des Recyclingprozesses entstehen verschiedene Scherbenqualitäten, die auf ihre Wiederverwertbarkeit in den verschiedenen Sparten der Glasindustrie untersucht werden sollen.

Erste Ergebnisse aus Vorversuchen zeigen ein problematisches Einschmelzverhalten. Als potenzielle Ursachen konnten für die Glasschmelze kritische Stoffe wie elementares Silizium, Schwermetalle (vornehmlich Antimon), organische Verunreinigungen und Beimengungen elementarer Metalle identifiziert werden. Bereits kleinste Mengen dieser Verunreinigungen führen zu kritischen Farbänderungen oder Glasfehlern, wie Einschlüssen oder Schlieren.

Daher ist es für eine Rückführung der Scherben in den Glasherstellungsprozess essenziell, die Qualitäten der Recyclingscherben anhand klar definierter Parameter zu bestimmen, die Auswirkungen von möglichen Störstoffen zu untersuchen sowie Kompensationsstrategien zu entwickeln.

IGF-Forschungsvorhaben

Die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) ist ein europaweit einzigartiges, themenoffenes und vorwettbewerbliches Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), das kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) einen einfachen Zugang zu praxisorientierter Forschung ermöglicht.

Das Projekt 01IF24675N wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Kontakt: Dominic Walter

Projektsteckbrief